Unruhig rutsche ich auf meinem Stuhl hin und her. “Was ist denn – sitzen sie nicht richtig?”, fragt Martin mich sofort mit einem süffisanten Grinsen. Doch, sie sitzen richtig; mehr als richtig, und genau das ist ja das Problem. Und ihr wollt jetzt sicher wissen, wovon ich rede; nun, von den Liebeskugeln, die ich zu unserem romantischen Dinner bei Kerzenlicht trage. Wobei von Kerzenlicht keine Spur ist, obwohl auf unserem Tisch schon zwei Kerzen brennen. Aber das Lokal ist hell erleuchtet, so dass der Schimmer der Kerzen dabei fast untergeht. Und so dass er jede Regung in meinem Gesicht ganz genau beobachten kann. Ich hatte es ja fast befürchtet, dass ich es nicht heile überstehen würde, heute Abend ganz frivol auszugehen und zum Essen im Lokal meine Liebeskugel zu tragen. Zumal er sich besondere Mühe mit der Zeremonie gegeben hat, bei der er sie mir anlegte – oder vielmehr einführte. Er hat sich sehr ausgiebig nicht nur mit den Liebeskugeln selbst befasst, sondern auch mit der gesamten Region, die sie anschließend zu spüren bekommen würde. Mit dem Ergebnis, dass ich schon total feucht war, bevor überhaupt auch nur die erste Kugel in meinem Inneren verschwunden ist. Der abrupte Abbruch der erotischen Zärtlichkeiten hat mich frustriert – und gleichzeitig der Hitze in mir alles andere als einen Dämpfer aufgesetzt. Im Gegenteil – das hat die Hitze noch gewaltig gesteigert. Und schon als wir zusammen zum Auto gegangen sind habe ich gespürt, welch teuflische Grausamkeit das ist, vor allem, wenn man ohnehin schon erregt ist, als Frau Liebeskugeln zu tragen. Mit jeder meiner Bewegungen bewegen sich nämlich die mit einem internen Gewicht versehenen Metallkugeln in mir mit. Das ist ein ständiger Reiz, eine konstante Stimulation, solche Liebeskugeln. Und sie machen mich so langsam regelrecht wahnsinnig vor Erregung. Ich kann nur hoffen, dass unser romantisches Essen bald zu Ende ist und wir endlich wieder nach hause fahren, damit ich dieser ständig stärker werdenden Gier in mir endlich freien Lauf lassen kann. Aber Martin lässt sich zeit mit dem Essen. Er scheint die Spannung bis aufs Äußerste steigern zu wollen. Mir hingegen ist der Appetit vergangen. Wenigstens der Appetit aufs Essen. Auf etwas anderes hätte ich schon Lust, und zwar gewaltig und immer mehr … Nun packt er sein Besteck beiseite. Ich atme auf. Jetzt geht es endlich nach hause. Jetzt kommen wir endlich zum Höhepunkt des Abends, zum Sex. Seine Hand legt sich auf meinen nylonbestrumpften Oberschenkel, wühlt sich unter den Saum meines Rockes und kämpft sich vor bis zu der Stelle, wo das Bändchen der Liebeskugeln herausschaut. Einen Slip trage ich natürlich nicht. Ich atme ganz hastig und ganz flach. Und dann bestellt er sich in aller Ruhe noch ein Eis zum Nachtisch …
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